Alles über die Bandscheibe
Ursachen, Symptome und Behandlung
Unsere Hips don’t lie – Autor:innen sind erfahrene Experten und gerne für Sie da. „Alles über die Bandscheibe“ von Manuela Schrecke
Bandscheibenschmerzen verstehen – Ihr Physiotherapeut in Hamburg
Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden überhaupt. Viele Menschen vermuten sofort einen Bandscheibenvorfall als Ursache. Tatsächlich steckt jedoch nicht hinter jedem Rückenschmerz eine geschädigte Bandscheibe. Gleichzeitig kann eine Bandscheibe Veränderungen aufweisen, ohne überhaupt Beschwerden zu verursachen.
In unserer Physiotherapie-Praxis Hips don’t lie in Hamburg erklären wir Ihnen verständlich, wie die Bandscheibe funktioniert, welche Beschwerden wirklich von ihr ausgehen können und wie moderne Physiotherapie dabei hilft, Schmerzen nachhaltig zu reduzieren.
Was ist eine Bandscheibe?
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Die Bandscheibe (Discus intervertebralis) ist eine elastische Verbindung zwischen zwei Wirbelkörpern. Sie wirkt wie ein Stoßdämpfer und sorgt dafür, dass Ihre Wirbelsäule beweglich bleibt.
Jede Bandscheibe besteht aus zwei Bestandteilen:
- Anulus fibrosus – der äußere Faserring. Er besteht aus widerstandsfähigem Faserknorpel und hält die Bandscheibe stabil.
- Nucleus pulposus – der innere Gallertkern. Er enthält viel Wasser und verteilt Druck gleichmäßig auf die Wirbelsäule.
Gemeinsam sorgen beide Strukturen dafür, dass Belastungen beim Gehen, Sitzen, Laufen oder Heben abgefedert werden.
Wo befinden sich Bandscheiben?
Der Mensch besitzt 23 Bandscheiben.
Sie liegen zwischen den Wirbelkörpern der:
- Halswirbelsäule (HWS)
- Brustwirbelsäule (BWS)
- Lendenwirbelsäule (LWS)
Die meisten Bandscheibenprobleme entstehen in der Lendenwirbelsäule, weil hier die höchsten Belastungen auftreten. Besonders häufig betroffen sind die Segmente L4/L5 sowie L5/S1.
Welche Aufgaben haben Bandscheiben?
Eine gesunde Bandscheibe übernimmt mehrere wichtige Funktionen:
- Stoßdämpfung bei Bewegung
- gleichmäßige Druckverteilung
- Beweglichkeit der Wirbelsäule
- Schutz der Wirbelkörper
- Unterstützung einer stabilen Körperhaltung
Interessant ist, dass Bandscheiben nicht direkt durchblutet werden. Sie werden über einen Wechsel von Belastung und Entlastung mit Nährstoffen versorgt. Bewegung wirkt daher wie eine natürliche Ernährung für die Bandscheibe.
Wie entsteht ein Bandscheibenvorfall?
Ein Bandscheibenvorfall (Diskusprolaps) entsteht, wenn der äußere Faserring reißt und Teile des Gallertkerns austreten.
Dadurch kann Druck auf eine Nervenwurzel entstehen. Eine Nervenwurzel ist der Abschnitt eines Nervs, der direkt aus dem Rückenmark austritt und verschiedene Körperregionen versorgt.
Je nachdem, welcher Nerv betroffen ist, können Schmerzen oder neurologische Symptome auftreten.
Typische Beschwerden sind:
- Rückenschmerzen
- Schmerzen im Bein oder Arm
- Kribbeln
- Taubheitsgefühle
- Muskelschwäche
Wichtig zu wissen:
Nicht jeder Bandscheibenvorfall verursacht Schmerzen. Viele Menschen leben jahrelang mit einem Vorfall, ohne davon etwas zu bemerken. Die gute Nachricht: Mit gezielten Übungen können sie sehr gut vorbeugen und einen erneuten Vorfall verhindern. Buchen Sie doch gleich einen Beratungstermin! Ihr Rücken wird es danken.
Bandscheibenvorwölbung oder Bandscheibenvorfall?
Viele Patientinnen und Patienten verwechseln diese Begriffe.
Bandscheibenvorwölbung (Protrusion)
Bei einer Protrusion wölbt sich die Bandscheibe nach außen. Der Faserring bleibt jedoch intakt.
Diese Veränderung ist häufig Teil des natürlichen Alterungsprozesses und muss keine Beschwerden verursachen.
Bandscheibenvorfall (Prolaps)
Beim Prolaps reißt der Faserring teilweise oder vollständig ein. Material aus dem Gallertkern tritt aus und kann Nerven reizen.
Die Symptome hängen weniger von der Größe des Vorfalls als vielmehr davon ab, ob tatsächlich Nervengewebe betroffen ist.
Ursachen für Bandscheibenprobleme
Bandscheiben verändern sich im Laufe des Lebens ganz natürlich.
Folgende Faktoren können Beschwerden begünstigen:
- Bewegungsmangel
- langes Sitzen
- Rauchen
- Übergewicht
- hohe körperliche Belastung
- einseitige Bewegungen
- mangelnde Rückenmuskulatur
- genetische Veranlagung
Entgegen vieler Mythen entsteht ein Bandscheibenvorfall meist nicht durch eine einzelne falsche Bewegung, sondern entwickelt sich über längere Zeit.
Symptome eines Bandscheibenvorfalls
Je nach betroffenem Wirbelsäulenabschnitt unterscheiden sich die Beschwerden.
Lendenwirbelsäule (LWS)
Häufig treten auf:
- Schmerzen im unteren Rücken
- Ausstrahlung ins Gesäß
- Schmerzen im Bein (Ischialgie)
- Kribbeln im Fuß
- Taubheitsgefühle
- Kraftverlust
Ischialgie beschreibt Schmerzen entlang des Ischiasnervs – des längsten Nervs unseres Körpers.
Halswirbelsäule (HWS)
Typische Beschwerden:
- Nackenschmerzen
- Schulterbeschwerden
- Schmerzen im Arm
- Kribbeln in den Fingern
- eingeschränkte Beweglichkeit
Wann sollte man sofort zum Arzt?
Einige Symptome gelten als Warnzeichen.
Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe bei:
- plötzlichen Lähmungen
- Gefühlsverlust im Genitalbereich
- Problemen beim Wasserlassen oder Stuhlgang
- starken Kraftverlusten
Diese Beschwerden können auf eine ernsthafte Nervenschädigung hinweisen und müssen sofort abgeklärt werden.
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